Nach dem Ende des Kalten Krieges im Jahr 1991, mit dem Zerfall der Sowjetunion, hofften viele Staaten auf eine neue Phase der internationalen Zusammenarbeit und eine stabile, friedliche Weltordnung. Die USA galten zunächst als einzige verbliebene Supermacht, während Russland politisch und wirtschaftlich geschwächt war. Internationale Organisationen wie die NATO und die Europäische Union erweiterten ihren Einfluss, und es schien, als hätten militärische Blockkonfrontationen dauerhaft an Bedeutung verloren. In den letzten Jahren zeigt sich jedoch zunehmend, dass sich die internationale Politik wieder in Richtung einer neuen Konfrontation zwischen Großmächten entwickelt. Besonders die Verschlechterung der Beziehungen zwischen dem Westen auf der einen Seite und Russland sowie China auf der anderen Seite erinnert in vielen Punkten an die Zeit des Kalten Krieges. Dabei stehen sich erneut unterschiedliche politische Systeme gegenüber: demokratische, marktwirtschaftlich geprägte Staaten und autoritäre Systeme mit starker staatlicher Kontrolle. Ein zentrales Merkmal dieser Entwicklung ist der erneute Aufbau militärischer Stärke. Die NATO hat ihre Präsenz in Osteuropa ausgeweitet, während Russland seine Armee modernisiert und militärische Gewalt offen einsetzt, etwa im Ukrainekrieg. Auch China investiert massiv in sein Militär und tritt außenpolitisch selbstbewusster auf, insbesondere im Konflikt um Taiwan. Wie im historischen Kalten Krieg spielt zudem die nukleare Abschreckung See more