1. Mikroskopische Anatomie des Holzgewebes (Xylem) Das Xylem im Inneren des Astes erfüllt eine Doppelfunktion aus Statik und Leitung: Leitelemente: Bei Laubbäumen dominieren Tracheen (großlumige Gefäße), die wie lange Röhren Wasser transportieren. Nadelbäume nutzen fast ausschließlich Tracheiden (bis zu 95 % der Masse), die kürzer, spindelförmig und stark verholzt sind, was ihnen zusätzliche Festigkeit verleiht. Tüpfel: Mikroskopische Aussparungen in den Zellwänden (Hoftüpfel), die den Wassertransport zwischen benachbarten Zellen ermöglichen, auch wenn der Ast durch Wind gebogen wird. Chemische Matrix: Die Zellen sind durch Lignin „verkittet“, ein phenolisches Makromolekül, das die Druckfestigkeit garantiert, während Cellulose für die nötige Zugelastizität sorgt. 2. Die Physiologie der Rinde und Gasaustausch Die Rinde schützt nicht nur mechanisch, sondern atmet aktiv: Lentizellen (Korkporen): Diese oft als kleine, helle Punkte oder Querstreifen sichtbaren Strukturen bestehen aus lockerem Korkgewebe. Sie ermöglichen den Gasaustausch (Sauerstoffversorgung) der darunterliegenden lebenden Zellen in Bast und Kambium, da die normale Korkschicht gasdicht ist. Phloem (Bast): Direkt unter der Borke liegt diese Schicht aus lebenden Zellen, die die im Blatt produzierten Zuckerlösungen zurück in den Stamm und die Wurzeln leiten. 3. Biomechanische Verankerung: Astkragen und Rindengrat Die Verbindung zum Stamm ist keine einfache Verschmelzung, sondern ein komplexes Ineinandergreifen von See more