Die Sonne stand inzwischen hoch am Himmel. Das Licht fiel steil durch die Baumkronen und warf helle Flecken auf den Weg. Die Luft war warm, aber nicht drückend – ein stiller, goldener Mittag. „Lass uns eine Pause machen“, schlug Harris vor, als sie an eine kleine Senke kamen, in der sich der Pfad zu einer flachen Mulde öffnete. Moos bedeckte den Boden, und ein umgestürzter Baum bot eine bequeme Sitzgelegenheit. Sie setzten sich, lösten die Riemen ihrer Rucksäcke und holten einige der Vorräte hervor, die sie am Morgen aus der Speisekammer mitgenommen hatten. Conor öffnete eine Dose mit Linseneintopf, Harris teilte getrocknete Aprikosen, und Alastair reichte das Glas Honig weiter, das er wie einen Schatz hütete. „Nicht alles auf einmal“, sagte er grinsend. „Wir wissen nicht, wie lange wir noch unterwegs sind.“ „Ich weiß nicht, was seltsamer ist“, meinte Conor, während er aß, „dass wir diesen Weg überhaupt gefunden haben – oder dass er sich so geplant anfühlt.“ Harris sah sich um. „Vielleicht war er mal Teil eines größeren Projekts. Ein Naturpfad, ein Rückzugsort. Aber irgendetwas daran fühlt sich… persönlicher an.“ Sie aßen schweigend weiter, jeder in Gedanken versunken. Der Wald war ruhig, fast ehrfürchtig. Und obwohl sie nicht wussten, wohin der Weg sie führen würde, spürten sie, dass sie nicht umkehren wollten. Als sie sich wieder auf den Weg machten, war der Mittag bereits fortgeschritten. Die Schatten wurden länger, das Licht weicher. Und der Pfad – der wartete schon. See more