Bild zu: Oh du herrliche Winterdorfzeit Während man noch gar nicht bemerkt hat, dass die Fahnen längst abgeräumt wurden, ist die Maxstraße schon wieder gesäumt von den Stabsternen. So gehe ich blind durch die Stadt – und sehe plötzlich: das Winterdorf. Es steht wieder. Sofort schießt mir der Gedanke durch den Kopf: Wann kommt endlich das Augustinerbräu? Der zweite Gedanke folgt direkt: Muss das jetzt schon sein? Ach ja – alle Jahre wieder kommt das Winterdorf und lässt sich am Ehrenhof nieder, wo wir Menschen sind. Ein Ort, an dem sich Freund, Freundin, alte Bekannte – und der ein oder andere Amigo – wiederfinden. Und das alles pünktlich zum Semesterstart. Da fällt mir ein, wie ich im ersten Semester, frisch in Bayreuth angekommen, von einem Kommilitonen gefragt wurde: „Wie kann ich meinen Vater um Geld anpumpen? Ich hab alles im Winterdorf gelassen.“ Und dabei war nicht einmal der 20. Oktober. Oh du herrliche Winterdorfzeit. Zwischen Crêpe, Glühweinduft und Gedränge dürfen natürlich auch die Tuscheleien nicht fehlen. Wenn man wissen will, was es Neues in der Stadt gibt, muss man nur die Ohren spitzen – und genüsslich am Glühwein nippen. Eine Frau – sichtlich vom Glühwein aufgeheitert – erfreut sich an der Musik und ruft mit voller Brust über den Ehrenhof zum DJ: „Spielt mal von den Amigos!“ Ach ja, Amigos. Da war ja was. Ein geselliges, fast mediterranes Wort – und doch sorgt es in Bayreuth derzeit für reichlich Gesprächsstoff. Das Getuschel beginnt. Während sich die einen See more