Wie wirkt Penicillin? Penicillin gehört zur Gruppe der Beta-Lactam-Antibiotika. Alle Vertreter dieser Gruppe weisen in ihrer chemischen Struktur einen sogenannten Beta-Lactam-Ring auf. Damit hemmen sie ein bakterielles Enzym (D-Alanin-Transpeptidase), das für den Aufbau der bakteriellen Zellwand benötigt wird. Die Bakterienzellwand enthält als strukturrelevanten Baustoff Murein, ein Stoff, der ausschließlich bei Bakterien vorkommt. Das Bakterien-Enzym D-Alanin-Transpeptidase vernetzt die einzelnen Murein-Fäden untereinander zu der stabilen Bakterienzellwand. Das Penicillin-Molekül besetzt das aktive Zentrum des Enzyms, sodass die Murein-Fäden nicht miteinander vernetzt werden können. Als Folge wird bei der weiteren Teilung der Bakterienzelle die Zellwand instabil und reißt - das Bakterium „platzt" bzw. zerfließt und stirbt ab. Grundstruktur der Penicilline (oben). Der B-Lactamring ist rot markiert Die Penicillin-Wirkung (d.h. die Wirkung aller Beta-Lactam-Antibiotika) auf sich teilende Erreger ist also bakterientötend (bakterizid). Penicillin ist wirkungslos bei Bakterien, die bereits ausgewachsen sind, bei denen also keine Zellteilung mehr stattfindet. Diese Bakterien werden vom Immunsystem neutralisiert. Penicillin-Resistenz Schon der Penicillin-Entdecker Sir Alexander Fleming warnte vor der Gefahr, dass Bakterien durch den maßlosen Einsatz von Penicillin resistent werden können. Das bedeutet, dass die Mikroorganismen sich mit der Zeit so verändern, dass sie unempfindlich See more